BEREITSTELLUNG DES TESTWAGENS:

Vielen Dank geht an das Autohaus Eckhof für die Bereitstellung des Testwagens.

www.autohaus-eckhof.de

Die aktuelle Mazda-Designlinie (KODO - Soul of Motion) sorgt für ein attraktives Äußeres. Die Farbe des Testwagens ist das aufpreispflichtige Turmalin-Blau (Metallic-Lackierung, 540 Euro) 

Für die Fahrspaßfraktion!

Im Kurztest: Der Mazda MX-5 RF Sports-Line SKYACTIV-G 160 i-ELOOP. Was kann der Roadster aus Fernost?

Anmerkung: Das Fahrzeug basiert auf dem Modelljahr 2018! Aktuelle Daten zum 2019er-Modelljahr gibt es am Ende.

Als man 1989 auf der Chicago Auto Show den MX-5 präsentierte, war den Verantwortlichen wohl noch nicht klar, welchen Hype sie damit gegründet haben. Bis ins Jahr 2016 wurden eine Million Exemplare gebaut. Das Konzept ist dabei seit jeher einfach: Reduzierung auf das Wesentliche ohne dabei auf Komfort verzichten und trotzdem viel Fahrspaß. In der neuen Version kommen ein geringes Fahrzeuggewicht (975 - 1.080 kg), und ein sportlich, elegantes Design (vor allem in der RF-Variante) hinzu. In dem Kurztest bin ich der Frage nachgegangen, warum der MX-5 so erfolgreich ist. Mein Testwagen verfügte über die 160 PS Maschine und die Sports-Line Ausstattung. Gehen wir also mal in media res. und schauen uns die Qualitäten im Detail an. 

EXTERIEUR:

Die aktuelle Mazda-Designlinie wird von fließenden Bewegungen beherrscht. Die hat der MX-5 auf jeden Fall. In den schmalen Scheinwerfern befinden sich Matrix-LED Scheinwerfer. Diese haben den Vorteil, dass man permanent mit Fernlicht fahren kann und vorausfahrende, sowie entgegenkommende Objekte ausgeblendet werden. Schaut man sich den MX-5 von der Seite an, fällt die Schulterlinie auf, die sich von den vorderen Radhäusern, bis in die hinteren zieht. Dabei fällt sie bei der Tür leicht ab um dann wieder anzusteigen. In den Radhäusern sitzen 17-Zoll Leichtmetallfelgen. 

RF steht übrigens für Retractable Fastback. Es ist im Prinzip eine Targa-Variante, allerdings ist dieser Begriff wohl von Porsche geschützt. Das Prinzip ist aber ähnlich. Das Dach faltet sich zwischen der Fahrgastzelle und dem Kofferraum zusammen und nimmt daher kein Platz weg. Die Karosserielinie ist dabei ähnlich wie die von der Stoffverdeck-Variante.

Am Heck gibt es ebenfalls schmale Rückleuchten. Sie sorgen aber dafür, dass das Heck optisch verbreitert wird. Rechts unten gibt es zwei Auspuffrohre. Durch die ausgestellten Radhäusern hinten, wirkt das Fahrzeug nach hinten hin breiter, aber auch voluminöser als vorne. 

INTERIEUR:

Wie es sich für einen Roadster gehört, ist die Sitzposition sportlich tief geraten. Das passt aber, weil man dadurch gut in das Fahrzeug integriert wird. Das Einsteigen könnte unter Umständen etwas schwer sein, mit etwas Übung klappt das aber. Sitzt man erst mal drin, denkt man sich aber: Oha, sehr bequem. Und alles ist in Griffreichweite. Vor allem herrscht im Innenraum keine Tastenflut. Links neben dem Lenkrad gibt es eine kleine Knopfleiste mit den Assistenzsystemen. Am Lenkrad (nur höhenverstellbar) gibt es Knöpfe für das Infotainmentsystem, den Bordcomputer und den Tempomaten. In der Mittelkonsole ist oben das Display vom MZD-Connect System, mit einer Größe von 17,8 cm (7 Zoll) sehr gut ablesbar. Darunter ist die Klimasteuerung mit drei Drehreglern. Neben dem klassischen Handbremshebel liegt der Multi-Commander, ein Drehregler zum Bedienen des Infotainmentsystems. Wichtig hierbei ist zu beachten, dass das Display über eine Touchfunktion verfügt, die allerdings nur im Stand bzw. bei Schrittgeschwindigkeit funktioniert. Bei höherem Tempo muss man dann den Drehregler benutzen. Vor dem Schalthebel befinden sich zwei USB-Anschlüsse und die Knöpfe für die 3-stufige Sitzheizung (Fahrer und Beifahrer).

Getestet habe ich die Sprachsteuerung, zumindest für das Navi. Man kann zwar mithilfe dieser Möglichkeit ins Adress-Suchfeld gelangen, eingeben muss man das dann aber selber von Hand.

Kommen wir zur Verarbeitung und der Materialauswahl. Das komplette Interieur wird von Hartplastik dominiert, an den Türen gibt es eine Kunstledervertäfelung. Darüber eine in Wagenfarbe lackierte Leiste. Die Verarbeitung ist aber ausgezeichnet, nichts klappert oder knistert. Und sind wir doch mal ehrlich: Wie oft fasst man das Armaturenbrett an? Genau, selten.

Kommen wir nun zum Thema Ablagen. Und hier kommt nun ein Kritikpunkt. Denn es gibt eigentlich nur eine nennenswerte Ablage und die befindet sich zwischen den Sitzen. Ansonsten gibt es noch ein kleines, flaches Staufach in der Mittelkonsole und ein kleines, aber durchaus tiefes Fach vor dem Schalthebel. Das war´s. Gut, schaut man sich die Türen an, sieht man, dass da kein Platz für eine Ablage ist. Aber wenigstens ein Handschuhfach hätte man doch einbauen können. 

Zum Schluss noch das Platzangebot: Bei geschlossenem Dach wird es ab einer Körpergröße von 1.85 Metern ziemlich eng, was die Kopffreiheit betrifft. Ich bin 1.80 Meter groß und hatte nur eine knappe halbe Faust Platz zwischen mir und dem Dach. Sollte man also lieber ausprobieren. Die Bewegungsfreiheit ist aber ausreichend bis gut, zumindest kann ich das für Leute behaupten, die eine ziemlich schmale Statur haben, so wie ich. 

Stichwort Übersichtlichkeit: Nach vorne kann man hervorragend sehen. Hier sind die ausgestellten Radhäuser hilfreich. Zur Seite ist die Sicht ebenfalls gut. Der Schulterblick geht allerdings so gut wie gar nicht, da der Dachholm im Weg ist. Ein Nachteil des ansonsten guten Targa-Verdecks. Die Heckscheibe bietet ein ausreichendes Sichtfeld. Zusammen mit den Außenspiegeln kann man die Sicht nach hinten ein Stück weit verbessern.

KOFFERRAUM:

Den Kofferraum öffnen kann man auf zwei verschiedenen Wegen. Entweder mit Betätigen des entsprechenden Knopfes auf dem Schlüssel oder mit einem kleinen Knopf oberhalb des Kennzeichens. Hinter der Klappe (oder vielmehr darunter), verbirgt sich ein tiefes Loch, welches ein Volumen von 127 Litern bietet. Viel mehr kann aber dazu nicht sagen. Platz für eine Getränkekiste ist vorhanden und für Kleinkram ist auch genügend Platz. Verzurrösen o.ä. sind nicht vorhanden, erwartet man aber hier auch nicht.

Zu den Maßen (diese stammen aus dem Prospekt): Von der Ladekante bis hin zur ersten Sitzreihe passen Gegenstände mit einer Länge von 64 cm hinein. Die Kofferraumbreite wird mit 110 cm angegeben. Die maximale Höhe beträgt 45,5 cm. Die Ladekantenhöhe beträgt stolze 84 cm, von innen sind es dann nochmal 40 cm. 

FAHREINDRUCK:

Unter der langen Motorhaube steckt ein famoses zwei Liter Saugmotoraggregat mit 160 PS Leistung und einem maximalen Drehmoment vom 200 Nm. Diese liegen bei 4.600 U/min an. Doch schon bei niedrigen Drehzahlen hat der Motor eine sehr gute Elastizität und dreht spielerisch hoch. Zudem ist der Durchzug extrem gut, was letztendlich auch dem mit kurzen Wegen gesegnetem 6-Gang Schaltgetriebe geschuldet ist, welches sich einfach schalten lässt. Die Soundkulisse ist geprägt vom Motorengeräusch. Bereits beim Anmachen dreht der Motor mal eben auf 2.000 U/min hoch. Beim Beschleunigen geht es dann ebenfalls ab 2.000 Umdrehungen soundtechnisch gut los. Dabei ist das Geräusch niemals nervig. Wer dann sein Tempo erreicht hat, erlebt dann nur ein halblautes Aggregat, welches aber trotzdem immer noch akustisch präsent ist. 

Zu den Windgeräuschen. Bei geschlossenem Dach ist es auch bei Tempo 100 noch leise. Nur der Motor ist halt zu hören. Bei Tempo 130 sind dann leichte Windgeräusche zu vernehmen, die dann mit höherem Tempo zunehmen. Bei Tempo 160 (schneller konnte ich dann leider nicht fahren), sind die Windgeräusche dann akustisch schon zu hören, halten sich aber in Grenzen. Der Dank geht an die zusätzlichen Dämmmaterialien, die auch die Fahrwerksgeräusche zurückhalten. Bei geöffnetem Dach gibt es dann ein kleines Problem. Dadurch, dass die Verdeckmechanik hinter den Kopfstützen offen ist, staut sich bei Tempo 80 und aufwärts der Wind da drinnen. Das bedeutet erhöhte Windgeräusche. Wer dann noch Musik hören will, muss die Lautstärke deutlich höher drehen. In meinem Testwagen war die BOSE-Soundanlage verbaut. Sie verfügt u.a. über Lautsprecher in den Kopfstützen. Die Soundqualität war völlig in Ordnung auch wenn man die Musik dann etwas lauter dreht.

Kommen wir zur Federung. In dem Testwagen war das Serienfahrwerk verbaut. Es ist für den Alltag komfortabel abgestimmt. Zwar dringen Straßenunebenheiten merklich durch, man hat aber nie das Gefühl, nach dem Aussteigen erst mal zum Orthopäden zu müssen. Außerdem gehört so was für eine direkt ausgelegte Fahrmaschine einfach dazu. Wer es härter will, kann auch ein Bilstein Sportfahrwerk ordern. Die Seitenneigung hält sich auch in schnell gefahrenen Kurven in Grenzen.

Der Testverbrauch hielt sich mit 6,6 Litern in Grenzen und entspricht der Herstellerangabe. 

 

FAZIT:

 

Wer eine preisgünstige Fahrmaschine sucht, kommt automatisch am MX-5 vorbei. Die Kerntugenden eines Roadsters hat Mazda in den letzten Jahren immer wieder verbessert. Ein schönes Design, perfekte Sitzposition, hervorragender Motor, und ein knackig schaltendes Getriebe sorgen immer für ein Grinsen im Gesicht. Doch schränkt die Größe des Fahrzeuges das Platzangebot ein, fehlende Ablagen könnten im Alltag für Verdruss sorgen. Der Verbrauch hält sich dafür in Grenzen. Ob man sich nun aber die Stoffverdeck oder die RF-Variante holt, bleibt am Ende jeden selbst überlassen. Und letztendlich ist oben ohne fahren nochmal deutlich besser, weil dann Sound und Wind für ein perfektes Vergnügen sorgen.

Das Heck wirkt deutlich breiter als die Front. Zwei Auspuffrohre sorgen für einen richtig schönen Sound, der allerdings mittels Resonanzkammern verstärkt wird. Ziemlich ungewöhnlich: Die lange Antenne.

Das Cockpit ist auf den Fahrer ausgerichtet. Die Bedienung ist einfach. Der Handbremshebel ist an einer nicht gerade üblichen Position angebracht. Bei den verwendeten Materialien handelt es sich hauptsächlich um Hartplastik.

Die Scheinwerfer verfügen über Matrix-LED Licht. Das ermöglicht permanentes Fahren mit Fernlicht. Wird Gegenverkehr oder ein vorausfahrendes Fahrzeug erkannt, werden einzelne LEDs ausgeschaltet. Dort wo das Fernlicht keinen blendet, bleibt es weiterhin eingeschaltet.

Nur erhältlich in der Sports-Line, dann aber serienmäßig. 

Im geschlossenem Zustand wirkt der MX-5 RF fast wie ein Coupe. 

Das Öffnen dauert 13 Sekunden, geht aber nur im Stand oder bis maximal 10 km/h.

Der 160 PS Motor verfügt über 1.998 cm³ Hubraum und einem maximalen Drehmoment von 200 Nm bei 4600 U/min. Das Triebwerk folgt dem Mazda SKYACTIV-Prinzip. Es ist sehr drehfreudig und verfügt über einen tollen Durchzug. 

Der Testverbrauch lag bei 6,6 Litern.

Porsche-Fahrer werden es kennen: den mittig angelegten Drehzahlmesser. Die Instrumente sind allgemein sehr gut ablesbar. Die linke Anzeige ist digital und zeigt auch Informationen zu den Assistenzsystemen an.

Der Kofferraum fasst 127 Liter. Die Ladekantenhöhe liegt bei 84 cm. Platz für eine Getränkekiste ist gegeben, dann wird es aber knapp. Der Kofferraum ist über eine Taste am Schlüssel oder per Knopf über dem Nummernschild zu öffnen. 

Auch der MX-5 mit dem 160 PS Motor verfügt über das Start-Stopp System i-ELOOP. Der Kraftstoffverbrauch soll so um bis zu 15% sinken. Möglich wird dies durch eine Kombination mehrerer Komponenten, die für eine Entlastung des vom Motor angetriebenen Generators sorgen. 

Fahrzeugbewertung:

   
Karosserie          3/5
Innenraum       2,5/5
Fahren          4/5
Motor          5/5
Multimedia          4/5
Preis/Leistung          4/5
   
Gesamtpunktzahl    22,5/30

 

Technische Daten:

Motor 4-Zylinder (4-Ventiler) Reihenmotor mit Direkteinspritzung ohne Aufladung
Kraftstoff Super
Hubraum in cm³ 1.998 
Leistung in kW/PS 118/160
bei U/min.  6.000 
Drehmoment in Nm 200
bei U/min.  4.600 
Getriebe/Anzahl der Gänge Schaltung/6
L/B ohne (mit Außenspiegel)/H in m 3,91/ 1,73 (1,92)/ 1,23
Kofferraum min./max. in l 127 /nicht erweiterbar
Leergewicht in kg 1.055
Zulässiges Gesamtgewicht in kg 1.305
Zuladung in kg 175
Anhängelast gebr./ungebr. in kg -/-
Beschleunigung 0-100 km/h in s 7,5
Höchstgeschwindigkeit in km/h 215
Verbrauch (nach Herstellerangabe) in l/100 km  
-innerorts 8,7
-außerorts 5,4
-kombiniert 6,6
CO² Ausstoß (kombiniert) in g/km 154
Testverbrauch in l/100 km 6,6
CO² Ausstoß (Test) in g/km 154
Tankgröße in l 45
Schadstoffklasse Euro 6b (nach NEFZ gemessen)
Testwagenpreis/Basispreis in € ca. 33.000(Ausstattungslinie Sports-Line)/32.190

Wichtige Änderungen zum Modelljahr 2019!

-Äußerlich gibt es keine Veränderungen.

-Der 1,5 Liter Motor mit vorher 131 PS leistet nun 132 PS. Das Drehmoment stieg von 150 auf 152 Nm und liegt nun statt bei 4.800 U/min bei 4.500 U/min an. Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit liegen weiterhin bei 8,3 Sekunden und 204 km/h. Der Verbrauch steigt von 6,0 auf 6,3 Liter.

Der RF hat folgende Abweichungen: Verbrauchssteigerung von 6,1 auf 6,3 Liter.

-Der 2,0 Liter Motor mit vorher 160 PS leistet nun 184 PS. Das Drehmoment stieg von 200 auf 205 Nm und liegt nun statt bei 4.600 U/min bei 4.000 U/min. an. Die Beschleunigung liegt nun bei 6,5 Sekunden (vorher 7,3 Sekunden), die Höchstgeschwindigkeit beträgt 219 km/h (vorher 214 km/h). Der Verbrauch steigt von 6,6 auf 6,9 Liter.

Der RF hat folgende Abweichungen: Beschleunigung statt 7,5 Sekunden nun 6,8 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit 220 km/h statt 215 km/h. 

Alle hier genannten Daten gelten für die Varianten mit Schaltgetriebe. Für den RF als 184 PS-Variante gibt es ein 6-Stufen Automatikgetriebe. Für die gelten folgende Werte: (vorher/nacher)

Beschleunigung: 8,5/7,9 Sekunden; Höchstgeschwindigkeit: 194/199 km/h; Verbrauch: 6,4/6,9 Liter

-Alle Motoren erfüllen die Euro 6d-Temp Norm.

-Neue Ausstattungen: Lenkrad höhen -und längsverstellbar, Apple Car Play und Android Auto gegen Aufpreis erhältlich, neue Assistenzsysteme wie Müdigkeitswarner, Verkehrszeichenerkennung, City-Notbremsassistent (Plus) gegen Aufpreis, Rückfahrkamera erhältlich.

-Neue Preise für bestimmte Varianten: (vorher/nacher)

MX-5 Roadster Exclusive-Line 131/132 PS: 25.890 Euro / 26.090 Euro

MX-5 Roadster Sports-Line 131/132 PS: 28.090 Euro / 28.290 Euro

MX-5 Roadster Exclusive-Line 160/184 PS: 27.390 Euro / 27.790 Euro

MX-5 Roadster Sports-Line 160/184 PS: 29.590 Euro / 29.990 Euro

MX-5 RF Exclusive-Line 131/132 PS: 28.490 Euro / 28.690 Euro

MX-5 RF Sports-Line 131/132 PS: 30.690 Euro / 30.890 Euro

MX-5 RF Exclusive-Line 160/184 PS: 29.990 Euro / 30.390 Euro

MX-5 RF Sports-Line 160/184 PS: 32.190 Euro / 32.590 Euro

MX-5 RF Sports-Line Automatik 160/184 PS: 34.090 Euro / 34.490 Euro

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