BEREITSTELLUNG DES TESTWAGENS:

Der Wagen ist Teil des Mercedes Rent Programms vom Mercedes-Händler Sternpartner. Den Wagen habe ich selber bezahlt.

www.sternpartner.de/fahrzeugvermietung

Der Testwagen verfügt über die AMG-Line (2.737 €). Die Farbe ist das aufpreispflichtige Selenitgrau Metallic (928,80 €).

Kombi im Sportdress

Im Test: Der Mercedes Benz C 200 T-Modell als AMG-Line. Was kann der Kombi mit Sportgenen im Alltag?

Die Mercedes C-Klasse hat eine kleine Historie aufzuweisen. 1982 erschein der 190, der im Volksmund auch Baby-Benz genannt wurde. Mit ihm wollte Mercedes gegen den BMW 3er antreten. 1993 folgte dann die erste richtige C-Klasse, die es dann auch gleich als Kombi gab (im Fachjargon T-Modell genannt). Seit 2014 läuft die aktuelle 4.Generation (W 205 im Werk Bremen vom Band. 2018 gab es ein Facelift. Ich hatte eine aktuelle C-Klasse als T-Modell mit dem 184 PS starken Vierzylinder. Die Frage ist: Was kann er, was bietet er und was kann er eventuell nicht? Klären wir diese Fragen im Kurztest.

EXTERIEUR:

Zum Facelift 2018 wurden laut Mercedes 6.500 Teile ausgetauscht. Das entspricht ungefähr die Hälfte. Dementsprechend sieht der Wagen jetzt auch nicht unbedingt alt aus. Neu sind z.B. die optionalen, nicht an meinem Testwagen verbauten Multi-Beam LED-Scheinwerfer. Sie sorgen für ein bis zu 650 m weites Fernlicht und können gleichzeitig den Gegenverkehr ausblenden. Ich hatte die High-Perfomance LED-Scheinwerfer an Bord. Sie begeistern von außen mit einem tollen Lichtdesign und in der Nacht mit einer sehr guten Lichtausbeute. Der Fernlichtassistent tut sein übriges. Das Licht wird dabei quasi verlängert, das sorgt für einen schönen Effekt. Kleine Anmerkung. Das Ganze fällt fast gar nicht auf, im positiven Sinne, es ist ein fast fließender Übergang.

Das Fahrzeug verfügte über ein AMG-Optikpaket. Das bedeutet größere Lufteinlässe an der Front (die allerdings nur Show sind), der AMG typische Grill mit der Diamantoptik und der Powerblade, breitere Schweller an der Seite, AMG Felgen in 18 Zoll, einen Diffusor am Heck, Auspuffblenden in denen sich jeweils ein Auspuffrohr befindet und ein Dachspoiler. Das Auto steht so stimmig auf der Straße und sieht auch nach mehr Leistung aus. Die Farbe meines Testwagens heißt Selenitgrau metallic und unterstreicht die Optik nochmals. Ich persönlich finde, in Mattlackierung sehe das Ganze wohl nochmals besser aus (optional erhältlich als designo-Lack).

INTERIEUR:

Steigt man ein, fallen ein sofort die Sportsitze mit dem Leder-Alcantara Mix auf (bzw. Microfaser Dynamica). Sie bieten einen sehr guten Seitenhalt und sind überdies sehr bequem. In diesem Falle waren sie teilweise elektrisch verstellbar, d.h. die Rückenlehne und die Sitzhöhe konnte man elektr. verstellen, während die Sitzposition in Längsrichtung manuell zu verstellen ist. Eine manuell ausziehbare Oberschenkelauflage sowie eine 4-fach elektr. verstellbare Lordosenstütze ergänzen das Paket. Eine dreistufige Sitzheizung komplettiert das gute Sitzgefühl. Für den Beifahrersitz gibt es dasselbe Set-up.

Hat man Platz genommen, fällt der Blick auf das neue 12,3 Zoll große Instrumentendisplay. Insgesamt drei versch. Stile sind möglich: Klassisch, Sportlich und Progressiv. Der Bereich in der Mitte und der Drehzahlmesser sind darüber hinaus verstellbar und zeigen Daten des Bordcomputers, des Navigationssystem, Media, Telefon, Radio oder z.B. einen GeForce Messer. Einstellbar sind die zahlreiche Funktionen über das linke Touchfeld am Lenkrad und den daneben liegenden Tasten. Das gelingt überraschend gut. Mit der rechten Seite steuert man das Display des Infotainmentsystems. Das gelingt auch völlig problemlös.

Die Bedienung des Tempomaten erfolgte bisher immer über einen extra Hebel am Lenkrad. Mit dem Facelift hielt das neue Mercedes-Lenkrad Einzug in die C-Klasse. Damit erfolgt die Bedienung jetzt darüber. Aber auch das gelingt nach einer kleinen Gewöhnungsphase ohne Probleme, zumal die Logik der Bedienelemente absolut einfach und vor allem sinnvoll eingefügt wurde. Negativ könnte man anmerken, dass die Tasten und ihre jeweiligen Funktionsbeschreibungen in Silber ausgeführt sind und daher eventuell schlecht abzulesen sind.

An Bord befand sich außerdem das Infotainmentsystem Audio 20 GPS, kombiniert mit dem großen Media-Display. Auf einem 10,25 Zoll großen Display werden alle Informationen angezeigt. Die Auflösung des Bildschirms war hervorragend (kein Wunder bei 1920x720 Pixel), die Rückfahrkamera hatte eine ebenso gute Auflösung und bot selbst bei schlechten Lichtverhältnissen ein klares Bild. Schade ist nur, dass der facegeliftete GLC das neue MBUX-System an Bord hat und die C-Klasse nur mit dem alten Command-System erhältlich ist.

Die Handykopplung klappte problemlos. An Bord waren auch Android-Auto (AA) und Apple CarPlay. Da ich über ein Android-Handy verfüge, bot sich mir ersteres an. Da allgemein die komplette Bedienung des Systems über einen Controller mit Touchfeld erfolgt, war es manchmal nicht ganz einfach, die Funktionen von AA auszuprobieren, da man entweder das Touchfeld oder den Dreh-Drück Steller nutzen musste. Im normalen Menü konnte man auf den Dreh-Drück Steller weitesgehend verzichten. Das Touchfeld dient im Navigationsmodus unter anderem auch zur Zieleingabe, da man die Buchstaben dort per Handschrift eingeben kann. Völlig unverständlich ist nur, warum ein paar Tasten doppelt vorhanden sind. An der Bedienung der übrigen Funktionen gibt es nichts auszusetzen. Alle Knöpfe sind dort, wo man sie erwartet.

Thema Ablagen: In den Türen bekommt man in den vorderen Teil eine 0,5 Liter Flasche problemlos rein. In der großen Ablage vorne kann man einige Gegenstände reinpacken u.a. auch ein Handy, welches optional auch induktiv geladen werden kann (in meinem Testwagen nicht vorhanden). Auch der 12V-Anschluss verbirgt sich hier. In der Mittelkonsole verbergen sich die USB-Anschlüsse und ein SD-Karten Steckplatz. Das Handschuhfach ist leider nicht sehr groß und auch irgendwie unpassend geformt, sodass z.B. die Klappe sehr groß und wuchtig ausgefallen ist.

Noch ein Wort zum Thema Materialien und Verarbeitung. Da brauchen wir nicht drüber zu sprechen – in positiver Hinsicht: Das gesamte Armaturenbrett ist mit Softtouch verkleidet, selbst die Türablage ist von außen damit verkleidet und selbst unterhalb der Mittelkonsole findet man das weiche Material. Die Interieurleiste nennt sich „Holz Eiche anthrazit offenporig“. Fühlt sich wunderbar an und sieht auch genau so aus.

Begeben wir uns in den Fond. Hier herrscht ein völlig akzeptables Platzangebot. Ist der Fahrersitz auf eine Größe von 1,80 m eingestellt, hat man hinten mit der selben Größe noch ausreichend Platz. Auch mit 1,85 m hat man noch genug Platz. Wenn die Sitze allerdings ganz nach unten gefahren sind, haben die Füße unter den Sitzen nur noch beschränkt Platz. Die Kopffreiheit ist hingegen völlig in Ordnung. An den beiden äußeren Sitzen befinden sich gut erreichbare Isofix-Halterungen. In der Mittelarmlehne befinden sich Getränkehalter und ein Ablagefach. Die Ablagen in den Türen sind groß genug für allerlei Krimskrams

KOFFERRAUM:

Der Kofferraum der Mercedes C-Klasse als T-Modell fasst zwischen 440-1.460 Liter. Damit ist er deutlich kleiner als beim Vorgänger, den W 204. Der rein nutzbare Raum ist aber auf dem selben Niveau. Unter dem Ladeboden befindet sich ein kleiner Stauraum. Die Rücksitzlehnen lassen sich per Fernentriegelung umklappen und das im Verhältnis 40:20:40. Im Kofferraum befinden

sich 4 Verzurrösen. Die Heckklappe ging in diesem Fall elektrisch auf. Die Ladekante liegt schön tief (60,4cm) und erleichtert so dass Ein- und Ausladen enorm. Die maximale Zuladung beträgt 590 kg, die Anhängelast beträgt 1.800 kg. 

FAHREINDRUCK:

C 200 steht hinten dran. Noch vor ein paar Jahren hätte das geheißen: 2,0 Liter Motor. Doch das hat sich geändert. Seit dem Facelift bedeutet C 200: 1.5 Liter Vierzylinder mit 184 PS, 48-Volt Bordnetz, elektrischer Startergenerator und serienmäßig Automatik. Es fängt also langweilig an, wird dann aber immer besser. Doch merkt man auch im Alltag was davon? Nun ja, sowohl als auch. Aber kommen wir erstmal zu den positiven Dingen. Da wäre z.B. das Starten des Motors beim Anfahren (also Start-Stopp System): Denn der Motor startet ohne Ruckeln und ist sofort betriebsbereit. Aber auch beim Fahren hilft das 48-Volt Bordnetz. Lässt man das Fahrzeug einfach rollen, wird der Motor komplett vom restlichen Antriebsstrang entfernt. Das Zuschalten geschieht dann wieder völlig ruckelfrei. Einzig der Blick auf den Drehzahlmesser lässt darauf schließen, was gerade passiert. Beim Anfahren hat man allerdings ein spürbares Turboloch. Das könnte man durchaus vermeiden, indem der E-Motor seine volle Leistung schon bei unter 1.000 U/min. abgibt.

Der Elektromotor an Bord sorgt dafür, dass der Motor beim Beschleunigen Unterstützung bekommt. Davon merkt man in der Realität nicht besonders viel, man muss allerdings dazu sagen, dass es ohne die Unterstützung nicht geht, also man keinen Vergleich ziehen kann bzw. den Unterschied messen kann. Trotzdem könnte es etwas mehr sein. Gerade in oberen Drehzahlen merkt man, dass es nur 1,5 Liter Hubraum sind. Es wird dann nämlich ziemlich laut im Auto, aber keineswegs so laut, dass man meinte, in einem waschechten Rennwagen zu sitzen. Allerdings dient das Fahrzeug ja nicht zum Rasen, den dafür gibt es stärkere Motoren (immerhin bis zu 510 PS im C 63 AMG S). Großer Vorteil für den Motor ist die Neungangautomatik intern „9G-Tronic“ genannt. Sie sorgt für niedrige Drehzahlen. So liegen bei 100 km/h gerade mal 1.500 U/min., bei 200 km/h liegen 3.000 U/min. an. Außerden schaltet die Automatik die Gänge butterweich durch, teilweise merkt man gar nicht, dass die Gänge gewechselt werden. Im Sport-Modus oder auch im Sport-Plus Modus schaltet die Automatik sofort einen Gang runter um maximale Beschleunigung zu garantieren. Und wo wir schon dabei sind: Ab dem Sport-Modus klingt der Motor mittels eines Soundgenerators deutlich schöner, das Dröhnen bei höheren Drehzahlen lässt sich aber trotzdem nicht ganz vermeiden. Im Leerlauf gibt es ein schönes Brabbeln, das klingt schön und macht Spaß.

Beim Fahrwerk handelt es sich um ein Sportfahrwerk. Es federt zwar schon etwas härter, verliert aber nie den Komfortaspekt aus den Augen. Nur bei Querfugen oder Schlaglöcher kommt mal was durch. Doch die Sitze tun auch ihren Teil dazu.

Die Lenkung ist sportlich ausgelegt, hat ein bisschen Spiel in der Mittellage und vermittelt ein gutes Lenkgefühl. Zudem ist die Abstimmung zwischen Comfort und Sport bzw. Sport Plus sehr gut gelungen.

Zum Schluss noch was zum Thema Akustik: Der Motor ist sowohl innen wie außen akustisch präsent, das geht auch leiser. Bei höheren Geschwindigkeiten werden die Windgeräusche am Fahrerfenster etwas lauter. Auch der Motor wird bei höheren Geschwindigkeiten präsenter, bei 200 km/h muss man seine Stimme schon anheben, aber schreien muss man nicht. Für den normalen Alltag reichen die Dämm-Maßnahmen aber völlig aus.

Insgesamt fährt sich der Wagen sportlich-komfortabel, niemals zu hektisch und niemals zu langweilig. Also eine ausgewogene Mischung. Der Testverbrauch lag übrigens bei 7,7 Liter*.

 

*Diese Angabe bezieht sich auf den Verbrauch nach 8.000 km. Der aktuelle Testverbrauch lag bei 8,4-8,9 Liter, allerdings gab es viele Vollgas-Passagen und auch Momente, wo mal etwas mehr Gas gegeben wurde.

 

FAZIT:

 

Der Mercedes Benz C 200 als T-Modell in der AMG-Line ist ein wunderschönes Auto mit viel Ausstattung, einem guten Platzangebot und einem interessanten Motorkonzept. Es sind vor allem Details, die mir an dem Auto gefallen haben, wie der Fernlichtassistent oder das voll digitale Kombiinstrument. Negativ aufgefallen, war das spürbare Turboloch beim Anfahren, die Tatsache, dass die Ausstattung irgendwie unvollständig wirkte und das der Verbrauch zu hoch war. Letztendlich kann ich dennoch eine klare Kaufempfehlung aussprechen.

Eine Chromspange verbindet die Rückleuchten miteinander. Hinter den Auspuff-

blenden befinden sich je 1 Rohr. Im Sportmodus macht der Auspuff ein brabbelndes Geräusch - das hört sich richtig gut an. 

Der Innenraum strahlt Qualität und Luxus aus. An Bord befindet sich die AMG-Line Interieur für 1.368,50 €, die Ledersitze mit Alcantara-Einsatz, das Audio 20 GPS System mit großem Display und das volldigitale Instrumenten-

display für 892,50 €.

Die High-Perfomance LED-Scheinwerfer sind die mittlere Ausbaustufe im Scheinwerfersortiment der C-Klasse. Serienmäßig gibt es Halogenscheinwerfer, die höchste Ausbaustufe ist das Multibeam-LED mit 650 m Fernlicht, welches nicht blendet, da Gegenverkehr und vorausfahrende Fahrzeuge ausgeblendet werden. 

An der Seite fallen die 18-Zoll Leichtmetallfelgen auf. Das Fahrzeug wirkt kleiner als der Vorgänger, dadurch aber - auch gerade wegen des AMG-Line Pakets -  deutlich sportlicher. 

Das 1,5 Liter Aggregat des C 200 hat 184 PS und 280 Nm Drehmoment. Besonderheit des Motors: Er verfügt über ein 48-Volt Bordnetz, einen integrierten Starter-Generator und einen Otto-Partikelfilter. Er erfüllt also schon die Euro 6d-Temp Norm. Akustisch ist er leider etwas präsent, aber nie störend.

Das volldigitale Instrumentendisplay verfügt über drei versch. Stile: Klassisch (siehe Bild), Sportlich und Progressiv. Der Tachometer bleibt immer an der linken Stelle, beim Drehzahlmesser kann man aber auch Daten des Bordcomputers einblenden lassen. Generell ist der mittlere Bereich und eben halt der Drehzahlmesser von der Optik verstellbar.

Der Kofferraum fasst zwischen 440-1460 Liter. Der Stauraum ist aber groß genug für den Alltag. Das Laderaumrollo fährt beim Aufmachen der Heckklappe nach oben und steht so beim Ein- oder Ausladen nicht im Weg.

Das Bedienteil für das Navigationssystem ist an sich serienmäßig. Wer allerdings das Touchfeld dazu haben will, muss 166,60 € zahlen. Der Controller ist dann auch mit dabei. Wer Android-Auto benutzen will, muss sowohl den Controller, als auch das Touchfeld nutzen. Zudem sind zwei Tasten doppelt und meiner Meinung nach überflüssig. 

Fahrzeugbewertung:

   
Karosserie      4/5
Innenraum    4,5/5
Fahren    4,5/5
Motor       4/5
Multimedia       5/5
Preis/Leistung

    4,5/5

   
Gesamtpunktzahl: 26,5/30

Technische Daten:

Motor 4-Zylinder (4-Ventiler) Mild-Hybrid Längsmotor mit Direkteinspritzung und Turboaufladung
Kraftstoff Super
Hubraum in cm³ 1.497 
Leistung in kW/PS 135 (+10 mit E-Boost)/184 (+14 mit E-Boost)
bei U/min. 5.800 
Drehmoment in Nm

280 

bei U/min.

3.000-4.000

Getriebe/Anzahl der Gänge

Automatik/9

L/B (ohne Außenspiegel)/H in m

4,70/ 1,81 (o.A.)/ 1,45

Kofferraum min./max. in l

440/1460

Leergewicht in kg

1.565

Zulässiges Gesamtgewicht in kg

2.155

Zuladung in kg

590

Anhängelast gebr./ungebr. in kg  750/1.800
Beschleunigung 0-100 km/h in s 7,9
Höchstgeschwindigkeit in km/h 235
Verbrauch (nach Herstellervorgabe) in l/100 km  
-innerorts 8,3
-außerorts 5,3
-kombiniert (WLTP) 6,4 (7,0)
CO² Ausstoß (kombiniert) in g/km (WLTP) 147 (158) 
Testverbrauch in l/100 km 7,7
CO² Ausstoß (Test) in g/km 183
Tankgröße in l 66
Schadstoffklasse  Euro 6d-Temp (nach WLTP gemessen)
Testwagenpreis/Basispreis in € ca. 56.500/41.953,45
Kommentare: 1
  • #1

    Peter (Donnerstag, 13 August 2020 21:49)

    Rasen grüner Rasen
    rasen sehr schnell fahren